Montag, 12. November 2007

Kalter Regenwald

Hallo zäme

Habe ich in der letzten Woche noch Stolz vom Frühlingsanfang geschrieben, muss ich dies nun in dieser Woche relativieren. Es war zwar immer noch sonnig und schön, aber häufig begleitet mit einem unangenehmen, da kalten Wind. Aber gemäss den Einheimischen ist das für diese Jahreszeit völlig normal. Aber trotzdem wäre ich dann etwa einmal froh, wenn mal einer den „off“ Knopf drücken könnte. Auch in der Nacht stoppt er nicht, ganz im Gegenteil. Die Vorhänge in meiner Zimmer bewegen sich jeweils richtig mit dem Wind, so viel einmal mehr zur Qualität des Hauses in dem ich wohne. Und darauf, dass er mir jeweils die Frisur schon 2 Minuten nach dem Verlassen des Hauses zerstört, will ich nun nicht weiter eingehen.... ;-)


Die Woche

Die Woche war beängstigend normal, ich ging zur Schule, suchte einen Job und machte so dies und das. Und ich habe noch positive Nachrichten aus der Jobfront, und zwar habe ich quasi einen Job gefunden (quasi, da ich erst in den nächsten Tagen unterschreiben werde und man mir gesagt hat, dass eine mündliche Abmachung zwar gilt, aber durchaus schon einmal gebrochen werden kann. Aber in meinem Fall glaube ich das nicht.), in einem Café. Also alle die sich schon freuten mich mit einer Schafschere in der Hand in einem Stall zu sichten, muss (darf) ich an dieser Stelle enttäuschen. Obwohl diese Bilder die Schweiz ja sowieso nie erreicht hätten ;-)) . Nein, ich bin wirklich sehr froh, dass ich bereits 3 Wochen vor Schulende einen Job habe. Das Cafe gehört zu einer Neuseeländischer Kette mit dem Name „ESQUIRES COFFEE HOUSES“. Da das Cafe in Queenstown erst Ende November die Türen zum ersten Mal öffnet, muss ich am Dienstag in ein internes Training gehen, damit wir dann gleich von Beginn weg Gas geben können (So die Pläne meines neuen Chefs.. ;-) . Freue mich bereits, ist sicherlich wieder hochinteressant und spannend. Insbesondere, da der Chef bei den Anstellungen geschaut hat, dass niemand vom selben Land ist. Bin gespannt was für Nationen auf mich warten!



Das Weekend wieder mit einem Ausflug

Nach zwei Auszeit Weekends unternahm ich mit 9 anderen Mitschüler einen 2-tägigen Ausflug zum Doubtful Sound. Dem weniger bekannten und touristischen Bruder vom Milford Sound. Es war quasi die letzte Möglichkeit diesen Trip zu einem vernünftigen Preis zu machen, da in 2 Wochen die Hauptsaison anfängt und dann die Preise für den genau gleichen Trip bis zum dreifachen ansteigen können. Der Doubtful Sound ist der zweitgrösste der 14 Fjorde des Fiordland-Nationalparks und liegt in mitten eines Weltnaturerbes der UNESCO. Neben Delfinen und Robben hat es im Doubtful Sound auch Regenwald (Regenwald wir normalerweise mit Tropen assoziiert, aber im Fjordland gibt es einen gemässigten Regenwald, O-Ton Broschüre) und wie es sich anhört, so war es auch, ein Traum!!
Aber von Anfang an: Wie immer bei solchen Aktivitäten, startete auch dieser Trip sehr früh, am Samstag Morgen um 8.00 Uhr bestiegen wir einen Bus (Nicht alle Teilnehmer aus unserer Schule glaubten dass ich pünktlich da sein werde, aber ich habe es also geschafft.. ;-) Nach einer 2 ½ stündigen Fahrt wechselten wir zum ersten Mal auf ein eher kleines Boot. Auch das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite, an einem Ort, wo es an mehr als 250 Tage mindestens einmal pro Tag regnet, keine Selbstverständlichkeit. Nach dieser Bootfahrt ging es über eine Insel inklusive kleinem Pass zum nächsten Schiff. Dieses Schiff war dann grösser und bietet Schlafplätze für mehr als 70 Passagiere. Unser neues Zuhause für die nächsten 24 Stunden. Nach dem die kleinen aber freundlichen Kabinen bezogen waren, ging es los mit der gemütlichen Fahrt durch den Doubtful Sound. Unsere Reisegruppe bestand ausschliesslich aus Schweizern, nicht so spannend, aber organisatorisch viel einfacher... ;-)) Da die Gruppe aber aus 50% Welschen bestand und wir nicht Französisch sprechen und sie kein Deutsch, kam auch das English nicht zu kurz. An der Schule fragen sie sowieso alle Leute warum sich Personen aus so einem kleinen Land nicht in ihrer Landessprache unterhalten können. Das mit den 4 Sprachen und so verstehen sie nicht ganz so, gut, würde ich vielleicht auch nicht, wenn ich statt Buchstaben irgendwelche Symbole lesen müsste und Hunde essen würde. ;-)
Am Abend stoppte das Boot und man konnte eine kleine Kajaktour unternehmen, natürlich liess sich das von uns keiner entgegen. Da das Wasser soooooo kalt war, sagten wir zu Beginn dass wir nicht baden würde. Aber nach dem alle ihre anfängliche Gleichgewichtsprobleme besiegt hatten, ging es eigentlich nur noch darum einander nass zu machen (gut, die Verantwortliche (Typ Hausdrache) fand das wohl nicht so lustig, jedenfalls bestrafte sie uns später mit dem, dass sie uns trotz logischer Reihenfolge zuletzt zum Buffet liess.. ;-) Da alle schon so nass waren gingen wir dann halt auch noch gerade baden, obwohl es schon brutal kalt war. Aber die Natur zeigte sich wirklich von ihrer schönsten Seite (Meer, Berge, Tier und Regenwald in einem!!) und sogar ein Delfine schwamm direkt neben unserem Schiff (Bilder wie immer an gewohnter Stelle unten, habe 20 Fotos gemacht, aber dieser Delfine musste sich dauernd bewegen, so war auf 19 Bilder nur Wasser zu sehen, aber einmal, ja einmal habe ich ihn erwischt!). Die Nacht war dann sehr kurz, erstens gingen wir nicht so früh zu Bett und zum zweiten wollte die Mehrheit den Sonnenaufgang sehen gehen. Wie ihr euch denken könnt, war das für mich eigentlich kein Thema, aber die standen so auf, dass schlafen unmöglich war und so bemühte ich mich dann auch um 06.30 aufs Deck. Und was war? Nichts, es hatte Nebel und daher war der Sonnenaufgang nicht sichtbar, das nächste Mal werde ich dann definitiv wieder liegen bleiben. Am Sonntag fuhren wir dann wieder mit Boot und Bus nach Queenstown, es war wirklich ein Weltklasse Ausflug.


Zum Schluss

Wie mir zugetragen wurde, findet am nächsten Samstag der legendäre Sternmarsch vom Drü in Sursee statt. Ich wünsche allen Teilnehmer viel Spass und Erfolg und denkt daran, nie war die Chance grösser zum Sieg, denn ich bin ja dieses Jahr nicht im Lande.... ;-)))


Liebe Grüsse aus dem Kiwi-Land Flo





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